Jugengruppenleiterausbildung

Was ist das eigentlich? 

 

Jugendgruppenleiter/in ist eine sehr verantwortungsvolle, zeitaufwendige und mittlerweile von der Gesellschaft auch anerkannte, ehrenamtliche Tätigkeit. Ihr seid verantwortlich für Menschen, die euch von den Eltern anvertraut sind. Ihr seid mit all den dazugehörigen gesetzlichen Bestimmungen für deren Wohl und körperlicher Unversehrtheit verantwortlich.

Ein/e Jugendgruppenleiter/in muss vielseitig sein. Ihr seid Animateur, Entertainer, Krankenpfleger, Basteltante/onkel, Zuhörer, Erzähler, Tröster, Motivierer usw. Als Jugengruppenleiter/in bist Du vor allem ein Vorbild! Du musst den Überblick behalten, Verantwortung übernehmen, Fehler eingestehen können und kritikfähig sein.

Im Vorfeld der Ausbildung

Bevor wir in die inhaltliche Ebene eintauchen erstmal einiges, was bei einem JGL wichtig ist. Manche machen das einfach so von selbst, anderen muss man es erklären. Die TeilnehmerInnen sollten sich darüber klar werden, was es bedeutet JGL zu sein und was man sich davon erwartet.

Zunächst gilt es die soziale Kompetenz bei sich und anderen zu überprüfen. Was bedeutet eigentlich soziale Kompetenz?

JGL bedeutet aktiv sein! Nur irgendwo hingehen, weil die anderen auch dort hingehen, die Zeit absitzen, nie Verantwortung oder Aufgaben übernehmen und bei Diskussionen sich heraushalten oder nie für etwas Zeit haben, ist nicht das was ein JGL sein sollte.

Selbstständig Denken und Handeln,  Entscheidungen treffen und dafür gerade stehen, Ideen entwickeln, Mitdenken, Vorausschauen und darüber hinaus kreativ, freundlich und vorbildlich sein, ist das was ein JGL ausmacht. Folgende Punkte sind für eine Arbeit als JGL besonders wichtig:

  • Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit ist die Grundvoraussetzung ohne die keine Teamarbeit funktioniert.
  • Die Arbeit sollte von Kontinuität geleitet sein. Nicht nur ab und zu mal kommen und wieder wegbleiben oder beim ersten Problem aufgeben. Vor allem: Wer eine Aufgabe übernommen hat, muss sie auch zu Ende bringen!
  • Loyalität bedeutet zum Verband oder Personen nach außen hin zu stehen. Kritik sollte intern stattfinden. Das gilt gerade für das Verhalten zwischen JGL vor Teilnehmer/innen.
  • Einfühlungsvermögen. Ich muss Gruppen beobachten und einschätzen können. Ich sollte erkennen, ob es den Menschen um mich herum gut oder schlecht geht, ob vielleicht ich selbst dazu beigetragen habe und mich entsprechend verhalten.
  • Kritik- und Konfliktfähigkeit. Man muss auch mal etwas ab können. Ihr müsst lernen kritisiert zu werden. Wer Verantwortung übernimmt und Entscheidungen trifft, wird immer von irgendjemand kritisiert. Nicht immer alles persönlich nehmen. Anderseits muss man auch nicht immer den Angst und Kuschelkurs fahren. Es ist nicht immer so: Eigentlich alles O.K. Andere zu kritisieren, ohne sie zu beschimpfen will gelernt sein. Streit über etwas ist wichtig und effektiv, solange sachlich gestritten wird! Deswegen:
  • Kommunikation. Miteinander reden ist das A und O beim Menschen, womit ich keine Dumm- und Vielschwätzerei meine, sondern seine Gefühle und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen. Sagen was man will! (und was nicht) Und es dann auch tun. Apropos tun:

  • Kreativität und Ideen werden benötigt um die Veranstaltungen bunt und abwechslungsreich zu gestalten. Nicht zuletzt macht es Dir auch mehr Spaß, wenn Du Deine eigenen Ideen in eine Veranstaltung einbringen kannst.
  • Spontaneität. Das heißt nicht, dass alles ungeplant im Chaos verläuft. Aber wenn Du eine Idee hast, die bisher nicht im Konzept enthalten war ? umso besser. Spontan machen! Siehe auch:
  • Flexibilität. Natürlich braucht man einen Plan um eine Gruppenstunde, Fahrt oder Veranstaltung durchzuführen. Und wenn dann alles ganz anders kommt? Dann muss man eben improvisieren und sich darauf einstellen

All diese Dinge gehören zur sozialen Kompetenz und machen Führungsqualitäten aus. Führungsqualität wiederum ist das was jede/r Gruppenleiter/in benötigt um a) mit Teilnehmern verantwortungs- und selbstbewusst umzugehen aber auch um im eigenen Team fähig zu sein die Verantwortung für das ganze zu übernehmen.

Als nächstes muss klar sein, dass ehrenamtliches Engagement mit Zeit  verbunden ist. Du musst vielleicht mal auf das ein- oder andere private Vergnügen am Wochenende verzichten, kannst Deine/n Freund/in eventuell nicht sehen, wenn Du als JGL arbeitest.

Wer bereits in einem Verein oder mehreren Gruppen engagiert ist, sollte sich gut überlegen, ob es sinnvoll ist noch eine Bausstelle aufzumachen. Denn nichts ist ärgerlicher für die anderen, als wenn sich jemand für eine Aufgabe meldet, die er/sie aufgrund von anderer Termine nicht erfüllen kann. Die anderen müssen dass dann mittragen. Die Schule geht übrigens meistens vor. Wer also viel für die Schule tun muss (will) sollte ebenfalls genau prüfen, ob noch Zeit für ehrenamtliches Engagement vorhanden ist. (Siehe Zuverlässigkeit)

Im Übrigen: Es gibt Menschen die einfach so über diese Fähigkeiten verfügen. Herzlichen Glückwunsch! 
All dieses kann man aber auch in einem langsamen Prozess erlernen und dabei eine ganze Menge über sich selbst erfahren. Zu beginn der Tätigkeit als Jugendgruppenleiter/in besitzen die wenigsten alle diese Eigenschaften. Nach und nach aber im laufe der Zeit kannst Du diese Dinge lernen, vorausgesetzt Du bist zu kritischen Auseinandersetzung mit Dir und anderen in der Gruppe bereit. Diese Eigenschaften nennt man in der Arbeitswelt auch Soft Skills Sie werden im Berufsleben immer wichtiger. Nicht nur das Zeugnis, sondern eben  auch die sozialen Kompetenzen geben Hinweise, ob ein Mensch als Kollege, Angestellter, Chef, Auszubildende/r etc. den heutigen Herausforderungen gewachsen ist. Die Tatsache, dass Du als Jugendgruppenleiter/in lange Jahre ehrenamtlich Erfahrungen gesammelt hast und dieses auch nachweisen kannst, wird in jedem Fall  bei Deiner Bewerbung eine Rolle spielen und für Dich sprechen. Insofern ist eine Ausbildung zum/r Jugendgruppenleiter/in auch immer eine Investition in Deine berufliche Zukunft.

Die Ausbbildung

Die Ausbildung zum JGL bei den Juhus läuft folgendermaßen ab:

  • regelmäßige Teilnahme an de MA's
  • Teilnahme an den 4 Blocksamstagen
  • Teilnahme an einem Erste Hilfe Kurs
  • Teilnahme als "Junior Betreuer" an unseren Ferienfreizeiten und Wochenendfahrten (Umsetzung der Theorie in die Praxis)
  • Mit 16 bekommt ihr dann die JULEICA (JugendleiterCard)