Informationen zur Jugendfeier / Jugendweihe


Eine alte Tradition bleibt jung


Die Jugendfeier (humanistische Jugendweihe) ist unser spezielles Angebot, für junge Menschen zwischen 13 und 14 Jahren, ein Stück auf dem mitunter schwierigen Weg des Erwachsen Werdens zu begleiten. Über einen längeren Zeitraum wollen wir den Heranwachsenden Unterstützung bei der Suche nach dem eigenen Ich, nach neuen Gemeinschaften und Gleichgesinnten geben. Gemeinsam mit den Jugendlichen bauen wir Brücken auf dem oftmals holperigen Weg in die Welt der Erwachsenen. Sie versteht sich als Alternative für Jugendliche die sich keiner Religion zugehörig - oder sich dadurch nicht angesprochen fühlen, dennoch aber das Bedürfnis nach einem Festakt haben.

Feier statt Weihe

Die Jugendfeier setzt in Hannover eine über 120 Jahre alte Tradition der Freidenkerbewegung fort. Seit über 150 Jahren gibt es europaweit Feiern freigeistiger Organisationen, die an Traditionen der europäischen Aufklärung, des Liberalismus und der deutschen Arbeiterbewegung anknüpfen. So sollte der Humanismus als lebendige gesellschaftliche Kraft bewahrt und etabliert werden. Die Jugendfeier ist keine Unterweisung in Form einer "Weihe", die mit einem Gelöbnis oder in anderer Form kollektive Bekenntnisse zu einem Staat, einem Glauben oder einer Ideologie fordert. Sie versteht sich vielmehr als ein Orientierungsangebot, das hilft, politische Kultur, humanen Umgang mit Menschen und deren Problemen, sowie kreative, Selbstbestimmte Lebensgestaltung auf Grundlage unserer Freiheitlich, demokratischen Grundordnung zu entwickeln.

Dabei gehen wir davon aus, dass das Verantwortungsgefühl für das eigene Handeln und persönliches Engagement dort entsteht, wo wichtige Werte wie Solidarität, Menschenwürde, Achtung und Toleranz erfahren werden. Unser Anliegen ist es, den jungen Leuten Möglichkeiten aufzuzeigen, ihnen Lust und Mut zu machen engagiert das eigene Leben in die Hand zu nehmen.

Der Träger

Der Humanistische Verband Hannover ist die größte Gemeinschaft des Humanistischen Verbandes Niedersachsen. (Körperschaft des öffentlichen Rechts). 1886 gab es bei der Freireligiösen Gemeinde Hannover die erste "Jugendweihe". In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts nahmen bereits über 2000 Jugendliche an der "Jugendweihe" teil. Die Nationalsozialisten verboten die Freidenker und verfolgten sie. Nach dem Krieg wurde die Freireligiöse Gemeinde wieder aufgebaut. 1989 wurden der Begriff "Jugendweihe" in Jugendfeiern umbenannt und aus der Freireligiösen Gemeinde Hannover wurden die Freien Humanisten Hannover. Die Jungen Humanisten sind der Jugendverband, der von ehrenamtlichen Jugendlichen geleitet wird. Diese Jugendlichen sind ehemalige Jugendfeier TeilnehmerInnen, die nach einem GruppenleiterInnenlehrgang und Seminaren nun für die jüngeren die Veranstaltungen organisieren.

 

Das Vorbereitungsprogramm

Es soll informieren und neugierig machen. Für die Dauer eines halben Jahres besuchen wir Projekte, erleben gemeinsame Wochenenden und schauen uns Filme zu gemeinsam erarbeiteten Themen an. Das halbjährige Vorbereitungsprogramm mit seiner Projektarbeit und thematischen Veranstaltungen lässt viel Freiraum für Kreativität und eigene Ideen. Es ist eine Zeit der Begegnung mit einer selbstbestimmten, konfessionell ungebundenen, ethisch begründeten Lebensauffassung. Die Phase beginnt mit einem Kennenlernwochenende, wo wir uns gegenseitig "beschnuppern" und endet mit einer gemeinsamen Abschlussfahrt.

Die Feier

Es ist ein legitimer Wunsch der Jugend, für einen bestimmten feierlichen Augenblick ganz und gar im Mittelpunkt zu stehen. Der Schritt ins Erwachsenenleben soll als etwas Besonderes, als etwas nicht alltägliches erlebt werden. Die Würdigung der eigenen Persönlichkeit, die Bestätigung, von der Gesellschaft gebraucht zu werden, Hoffnungs- und Verantwortungsträger für eine Lebenswerte Zukunft zu sein, vermittelt den Jungen Menschen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Die Jugendfeier der Freien Humanisten Hannover versteht sich als eine demokratische, pluralistische, aufgeschlossene und partnerschaftliche Jugendkultur. Sie will mit der festlichen Aufnahme der Jugendlichen in den Kreis der Erwachsenen Feierkultur vermitteln und zugleich Solidarität und Zusammenarbeit untereinander fördern.

       

Die Festveranstaltung bildet den Höhepunkt und den Abschluss. Es ist der Tag der Jugendlichen, an dem selbstverständlich Eltern, Verwandte und Gäste der Familie teilhaben. Auf eine ebenso unterhaltsame wie zum Nachdenken anregende Weise spiegeln sich während des Festes wichtige Positionen des weltlichen Humanismus wieder, es kommt das partnerschaftliche Miteinander verschiedener Generationen in der Verantwortung für sich selbst, die Familie und die Gesellschaft zum Ausdruck.

In diesem Sinne ist die Jugendfeier ein Familienfest. Ein Fest, das die jungen Leute würdigt, aber auch erinnert an den Weg, den sie gemeinsam mit ihren Eltern, Verwandten und Freunden zurückgelegt haben. Es entlässt sie in einen neuen Lebensabschnitt. Es ist an uns Erwachsenen, ihnen dabei Glück und die Kraft zu wünschen, ihre eigenen Träume und Vorstellungen zu verwirklichen.